Argumentationsstruktur Muster

van Eemeren, F.H. 2013. Inwelchem Sinne beziehen sich moderne Argumentationstheorien auf Aristoteles? Der Fall der Pragma-Dialektik. Argumentation 27(1): 49–70. van Eemeren, F.H. zu veröffentlichen. Pragmatische Argumentation in stereotypen Argumentativen Mustern. In Practical argumentation, ed. F.H. van Eemeren, E.

Rigotti, A. Rocci, and D. Walton. Amsterdam-Philadelphia: John Benjamins. Wenn in einer bestimmten argumentativen Praxis die Umstände, unter denen pragmatische Argumentation stattfindet, dies erfordern, muss die Liste der kritischen Fragen manchmal erweitert werden. Als Fortsetzung der Frage a kann dann beispielsweise die Frage gestellt werden, ob das Ergebnis Y nicht durch andere Maßnahmen leichter oder wirtschaftlicher erreicht werden kann. Als Fortsetzung der Frage b kann die Frage gestellt werden, ob ein anderes Ergebnis (vom Typ Z) nicht noch positiver (d. h. wünschenswerter) wäre als ergebnisse des Typs Y, wie Z. Y.

Als Fortsetzung der Frage c kann die Frage gestellt werden, ob die negativen (d.h. unerwünschten) Nebenwirkungen verhindert oder unterdrückt werden können usw. Die pragma-dialektische Forschung über die institutionellen Voraussetzungen, die ein akademischer Kontext dem strategischen Manöver auferlegt, steckt noch in den Kinderschuhen. Eine erste Anstrengung zur Anpassung der theoretischen Instrumente der Pragma-Dialektik für die Umsetzung dieser Art von kommunikativen Tätigkeitsarten wird von Wagemans (2011) im Hinblick auf die Rekonstruktion und Bewertung von Argumentation aus Expertenmeinungen unternommen. Dann wird zunächst mit symptomatischer Argumentation argumentiert, dass die Behandlung eines Falles in einer bestimmten Weise gerechtfertigt sei, weil er unter eine bestimmte Regel falle, und als nächstes durch analoge Argumentation, dass der Fall mit anderen Fällen vergleichbar sei, auf die die Regel Anwendung halte. Ob die symptomatische Argumentation durch analoge Argumentation oder durch eine andere Art von Argumentation gestützt wird, hängt von der Art des Problems ab, das gelöst werden muss. Wenn eine Entscheidung getroffen werden soll, die einen Richter verpflichtet, eine Ausnahme von einer allgemeinen Regel zu machen, kann eine pragmatische Argumentation von entscheidender Bedeutung sein. Das Auftreten eines argumentativen Musters lässt sich erklären, indem man den institutionellen Punkt und die institutionellen Voraussetzungen für strategischeManöver in der (Cluster) der betreffenden kommunikativen Aktivitätsart(en) in Verbindung mit den kritischen Fragen im Zusammenhang mit den verwendeten Argumentationsschemata und der Art und Weise, wie die Antworten auf diese kritischen Fragen zusammenhängen sollen, berücksichtigt. In der Pragma-Dialektik mussten die erforderlichen Analysewerkzeuge entwickelt werden, um Analysten einen adäquaten analytischen Überblick zu ermöglichen. Zu den entwickelten Werkzeugen gehören eine Methode zur expliziten Erarbeitung unausgesprochener Prämissen und Typologien von Argumentationsschemata und Argumentationsstrukturen, die verwendet werden können, um die Beziehungen zwischen argumentativen Bewegungen zu identifizieren (van Eemeren und Grootendorst 1992).

Grundlegende pragmatisch-dialektische Instrumente zur Nutzung dieser Instrumente sind die sogenannten Kommunikationsregeln (van Eemeren und Grootendorst 1992, S. 49–52). Die Kommunikationsregeln beruhen auf der Integration einer geänderten Fassung von Searles Bedingungen für die Durchführung von Redehandlungen in der Kommunikation und einer geänderten Fassung der Gricean-Maximen für die Durchführung der verbalen Interaktion. Wenn eine Regel der Kommunikation verletzt zu werden scheint, während man davon ausgeht, dass die “allgemeinen Prinzipien” der Kommunikation und Interaktion nicht aufgegeben werden, muss der Analytiker – genau wie gewöhnliche Hörer und Leser – anstrengungen, den impliziten und indirekten Sprachakt so zu rekonstruieren, dass der Verstoß behoben wird und der rekonstruierte Sprachakt mit den Regeln der Kommunikation übereinstimmt (van Eemeren und Grootendorst 1992 Pp.

Comments are closed.